Im April 2026 sind wir, Florian Heller und Elias Gierth, nach knapp zwei Jahren nach Arequipa und an unsere Partnerschule zurückgekehrt. Der Besuch war Teil einer sechswöchigen Südamerikareise durch Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien.

Die Ankunft in Arequipa war für uns etwas ganz Besonderes. Von Oktober 2023 bis Mai 2024 haben wir dort unseren Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) absolviert und an der Schule Englisch unterrichtet. Neben der Arbeit an der Schule haben wir viele herzliche Menschen kennengelernt, die vielfältige Kultur Perus erlebt und ein landschaftlich faszinierendes Land entdeckt. Umso größer war die Vorfreude, an diesen Ort zurückzukehren.
Am Flughafen wurden wir von unserer damaligen Gastfamilie empfangen, bei der wir auch während unseres Aufenthalts wieder wohnen durften. Unsere Gastmutter wurde sehr emotional, als sie uns nach so langer Zeit wieder in die Arme schließen konnte. Auch wir waren überwältigt, alle wiederzusehen.
Einen Kulturschock, wie bei unserer ersten Ankunft vor zwei Jahren, haben wir diesmal nicht erlebt. Das lag sicherlich auch daran, dass wir zuvor bereits in Kolumbien und Ecuador unterwegs gewesen waren. Vielmehr hatten wir das Gefühl, nach Hause zu kommen. Die Stadt hatte sich kaum verändert. Alles war noch genauso, wie wir es damals kennengelernt hatten: Der Verkehr ist weiterhin chaotisch, das Essen nach wie vor hervorragend. Die Händler und Verkäufer sitzen noch immer in ihren Geschäften, und der Misti thront wie eh und je am Stadtrand über seiner „Ciudad Blanca“. Lediglich die Buspreise wurden von einem Sol auf 1,30 Sol pro Fahrt erhöht – was aus praktischen Gründen tatsächlich etwas lästig ist.

Nach einer erholsamen Nacht im altbekannten Schlafzimmer und einem köstlichen peruanischen Frühstück besuchten wir am nächsten Tag das Colegio. Zwar waren wir bereits darauf vorbereitet worden, dass die Schule aktuell nicht mehr dieselbe sei wie zu unserer Zeit, doch als wir bei unserer Ankunft feststellen mussten, dass vom ursprünglichen Schulgebäude außer Schutt und Beton kaum etwas übrig geblieben war, waren wir zunächst sprachlos. Die Klassenzimmer waren provisorisch in Containern neben der Baustelle untergebracht. Auch die Sport- und Pausenflächen existierten nicht mehr, ebenso wenig wie die Sonnensegel, die die Schülerinnen und Schüler vor der intensiven Sonne schützen.
Das Kollegium und die Schülerschaft waren jedoch dieselben geblieben, und alle freuten sich sehr über unsere Rückkehr. Einige Schülerinnen und Schüler begegneten uns zunächst etwas schüchtern und zurückhaltend, andere kamen direkt auf uns zu, umarmten uns und begrüßten uns mit einem herzlichen „Good morning, teacher“.

Am darauffolgenden Tag erhielten wir vom Bauingenieur eine Führung über die Baustelle. Die Bauarbeiten schreiten zügig voran, und das Ergebnis wird beeindruckend sein. Geplant sind zwei große Schulgebäude, die genügend Platz bieten werden, sodass Primaria und Secundaria künftig beide am Vormittag Unterricht haben können.
Insgesamt verbrachten wir neun Tage in Arequipa und nutzten die Zeit in vollen Zügen. Wir verbrachten viel Zeit mit unserer Gastfamilie, spielten mit unseren kleinen Gastgeschwistern und trafen Freunde und Bekannte, die wir während unseres IJFDs kennengelernt hatten. Außerdem kehrten wir an viele Orte und in Geschäfte zurück, die uns besonders ans Herz gewachsen waren. Dazu gehörten selbstverständlich der Plaza de Armas, unsere Stammkneipe „Mono Blanco“ sowie der Sportplatz in Paucarpata, wo wir gemeinsam mit Senior Omar und seinen Freunden zweimal Fußball spielten.

Die Zeit verging erneut wie im Flug. Der Abschied von der Stadt, der Schule und unserer Gastfamilie fiel uns jedoch deutlich leichter als erwartet. Während unserer Reise und insbesondere bei dieser Rückkehr wurde uns bewusst, dass sich an dem, was Arequipa für uns ausmacht, kaum etwas verändert hat. Die Stadt ist ihrem Charakter treu geblieben und hat ihren vertrauten Zauber bewahrt.
Deshalb sind wir zuversichtlich, dass wir Arequipa und unsere peruanische Familie auch beim nächsten Besuch wieder genauso antreffen werden, wie wir sie kennen und lieben gelernt haben.
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