Nach den Schulöffnungen – Peru in einer beispiellosen Bildungskrise

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) warnt vor einer “noch nie dagewesenen Bildungskrise” nach der langen Schließung der Schulen.

In den ersten beiden Jahren der Pandemie gab es in Peru eine der längsten Schulschließungen der Welt, und jetzt befindet sich das Land in einer “beispiellosen Bildungskrise”, warnt UNICEF. Die Agentur der Vereinten Nationen bestätigt, dass das Land beim PISA-Test die gleichen Ergebnisse erzielen würde wie 2012.

Nach Angaben der Organisation hat diese Notsituation größere Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung, Menschen mit Behinderungen und Menschen, die in Armut leben. Und sie zeigt sich im ungleichen Zugang zur Strategie “Aprendo en casa”; in den mehr als 670.000 Kindern, die noch immer nicht eingeschult sind; sowie in dem Lernverlust, der nach Schätzungen der Weltbank einem Rückschlag von zehn Jahren gleichkommt.

“Das Bildungsniveau in Peru war im Vergleich zu anderen Ländern der Region noch nie sehr hoch, aber im Vergleich zu vor zwei Jahren ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen”, so Ana de Mendoza, UNICEF-Vertreterin, gegenüber der peruanischen Zeitung La República.

“Diese Krise wird sich auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, auf die Arbeitsbasis und auf die in Zukunft verfügbaren Humanressourcen auswirken.” Der Expertin zufolge glaubt die Gesellschaft, dass mit der Öffnung der Schulen das Problem gelöst ist. “Aber nein, jetzt beginnt die Krise.” In Anbetracht dessen ist ein aktives Suchprogramm für Schulabbrecher sowie Programme zur Wiederherstellung der Lernfähigkeit und der geistigen Gesundheit dringend erforderlich, und sie fordert auch, dass die Wirtschaft mehr Mittel für die Bildung bereitstellt und diese in den Mittelpunkt der Agenda stellt. Für die nächsten 10 Jahre ist eine staatliche Politik, nicht nur eine Regierungspolitik, erforderlich, so Mendoza.

Quelle: La República (https://larepublica.pe/)